Einzig der geflügelte Markuslöwe symbolisiert die Serenissima Repubblica und ist daher in der Stadt präsent, richtig?

Nicht ganz richtig. Venedig wurde tatsächlich auch in Form einer jungen, gebärfähigen (ja, das ist ganz wichtig und ihr werdet gleich sehen wieso) Frau dargestellt.

Ein schönes Beispiel bietet hier die Skulpturengruppe des Giusto Le Court*, die ihr in der Basilica di Santa Maria della Salute findet, genau mit mir an.

Quelle: Wikimedia – Giusto Le Court

Im Zentrum der Skulpturengruppe seht ihr eine junge Frau mit erhobenem Haupt und einem Kind. Ein Engelchen stützt es. Diese Frau ist die Jungfrau Maria, ein Symbol für die Fruchtbarkeit (!). Vor Maria kniet links eine junge Frau (in gebärfähigem Alter), die die Jungfrau Maria flehend ansieht und sich ihre linke Hand aufs Herz legt. Sie bittet Maria um etwas. Was könnte diese Bitte sein? Da der Künstler Maria in der Blüte ihrer Jahre mit einem kleinen Jesus-Kind darstellt, bittet diese junge Frau wahrscheinlich darum ein Kind zu bekommen.

Doch wer ist diese junge Frau?

Venedig selbst! Während „normalerweise“ der Markuslöwen die Serenissima symbolisch darstellt (seht Mal genau hin, der Heilige Markus steht links vom Altar mit dem Löwen), hat sich der Staat in dieser Skulptur dazu entschieden sich selbst als Frau darzustellen.

Giusto le Court und die Mesopanditissa

Wieso kommt es langsam zu diesem Wandel in der Symbolik?

Einerseits wird der Gründungsmythos der Stadt selbst aufgegriffen, denn Venedig entstand laut Legende am 25. März (der Tag der Verkündung). Wir finden die Assoziation Venedig – Maria also bereits im Gründungsmythos.

Einen weiteren Grund finden wir in dieser Skulpturengruppe selbst: Seht euch die rechte Figur gut an. Es ist eine alte Frau, die panisch vor der Jungfrau flieht. Ein Engel mit einer Fackel verjagt sie. Diese Frau ist der Tod, die Pestepidemie von 1630. Vergesst nicht, dass diese Kirche aufgrund dieser letzten Pestepidemie in Venedig gebaut wurde. Die Krankheit dezimierte die Bevölkerung um ein Vielfaches. 30%, ca 46.000 Menschen, waren gestorben. Ein demographisches und wirtschaftliches Desaster, denn der Staat lebte von seiner zahlreichen Bevölkerung und deren Steuern!

Wie löste man dieser Problematik?

Früher setzte die Stadt auf Immigration von Fachkräften, die nicht nur dazu beitrugen die Einwohneranzahl in die Höhe zu treiben, sondern auch ihr Fachwissen für den wirtschaftlichen Aufschwung einsetzten. Nun jedoch, setzte der Staat auf seine Frauen, auf deren Fruchtbarkeit und darauf die Sterblichkeitsrate bei den Neugeborenen so niedrig wie möglich zu halten.

Die Stadt begann ihre Hebammen fachlich auszubilden und auf den neuesten Stand zu bringen, verbot Taufen in den kalten Wintermonaten, … und erhob die Frau selbst zum Symbol des Lebens. Ausdruck dieses Triumpfs der Weiblichkeit und der Hoffnung ist die Basilika der Salute und ihre weibliche Dekoration innen und außen:

  • die Skulpur des Giusto le Court
  • das Altarbild der Madonna Mesopanditissa (hier seit dem 21. November 1670)
  • die Seitenaltäre der Basilika, die der Jungfrau Maria geweiht sind
  • die Außendekoration der Basilika, die mit diversen weiblichen (und nackten) Figuren aufwartet
Maria Himmelfahrt in der Basilika

*eigentlich Josse de Corte (aus Flandern)

  •   Hat sehr großen Spaß gemacht. Für alle Fragen eine Antwort und gute Tipps.

    thumb Nina
    10/19/2021
  •   Beatrice hat es wunderbar geschafft sowohl uns als auch unseren Teenagern die Begeisterung für Venedig zu vermitteln und uns die spannenden historischen Hintergründe humorvoll zu vermitteln. Können wir herzlichst empfehlen!

    thumb Thomas
    10/19/2021
  •   Vielen Dank für die tolle Führung. Unsere 3 Kinder (18, 15 und 12) haben deine abwechslungsreiche und gut durchdachte Stadtführung in die versteckten Ecken mit dessen spannenden Geschichten sehr genossen. Wir werden Bea in unserem Kollegenkreis weiter empfehlen. Herzlichen Dank!

    thumb Michèle
    10/04/2021
  •   Wir haben Dank Beatrice sehr viel über Venedig erfahren!!

    thumb Waltraud
    9/10/2021
  •   Beatrice hat diese Tour überaus lebendig und ansprechend gestaltet. Sie kennt sich sehr gut aus und ging auf alle Fragen ein. Wir haben Ecken von Venedig kennengelernt, die wir alleine nicht entdeckt hätten. Besonders hat uns die bunte Mischung aus geschichtlichen, kulturellen und lokaltypischen Infos gefallen. Ein tiefer Einblick in die venezianische Seele. Kommunikation im Vorfeld war super, das Treffen reibungslos.
    Die Tour war sowohl für uns Erwachsene, als auch für unser 10-jähriges Kind spannend und informativ.
    Wir würden sofort wieder mit Beatrice Venedig entdecken.
    Alles Gute !

    thumb Andrea
    8/31/2021
  •   Unsere Tour mit Beatrice war sehr kurzweilig und informativ, mit vielen Geschichten und historischen Hintergründen. Ich kann diese Tour nur empfehlen.

    thumb Bernd
    8/25/2021
  •   Wir können Beatrice jedem nur empfehlen.Sie hat uns (Familie) einen sehr kurzweiligen Nachmittag bereitet und hat uns auch außerhalb der Tour tolle Tipps gegeben.Danke dafürhat viel Spaß gemacht!

    thumb Kristin
    8/25/2021
  •   Die Tour war absolut super! Mal eben 2-3 Ecken abgebogen und schon war man an ruhigen Gässchen, schönen Fassaden oder an schmalen Kanälen.

    thumb Thomas
    8/18/2021
  •   Spaßig, super freundlich, flexibel, viel gelernt! Beatrice weiß wirklich alles über Venedig - von der Entstehung der Stadt bis heute!

    thumb Manfred
    8/02/2021
  •   Wir haben mit unserem 8-jährigen Sohn an der Tour teilgenommen. Beatrice hat eine super Kombination hinbekommen, den Stadtspaziergang sowohl für uns Erwachsene wie auch für ein Kind spannend und kurzweilig zu gestalten. Die Zeit ist wie im Flug vergangen. Jederzeit gerne wieder.

    thumb Daria
    8/02/2021


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